Nobody reads your fucking Blog!

Coconut Sports Ausblick und Ziele

Genau zwei Jahre ist es her. Aber ich erinnere mich daran, als ob es gestern gewesen wäre. Berufsbedingt hatte es mich für ein paar Monate nach Berlin verschlagen. In ein kleines Startup am Görlitzer Park, sodass ich die meiste Zeit in Kreuzberg verbracht habe. Und genau hier wurde ich eines Tage mit einer Wahrheit konfrontiert, die niemand hören möchte. Mit einem Feedback, das niemand haben will. Und mit Worten, die kein Blogger jemals lesen sollte: „NOBODY READS YOUR FUCKING BLOG!“.

Das schlimmste war, dass die Hipsterin Recht hatte

Weiße Fettbuchstaben auf schwarzem Grund grinsten mir vom T-Shirt einer Hipsterin hämisch entgegen. Sie trug Plateauschuhe, einen Fjällräven Rucksack und einen dieser „Schneid mir mal tausend Stufen“-Haarschnitte, bei denen ganz unten nur noch Flusen übrig bleiben. In den hochgekrempelten Skinny Jeans sahen ihre dürren Beine aus, als würden sie gleich auseinander brechen. Aber trotzdem hatte sie genug Selbstbewusstsein, um eine so gehässige Botschaft durch Berlin zu tragen.

 

Das schlimmste aber war, dass sie Recht hatte. Denn es hat wirklich verdammt lange gedauert, bis überhaupt irgendein Mensch auf diesem Planeten meinen fucking Blog gelesen hat. Und dabei habe ich von Anfang an so viel Arbeit, Energie und Herzblut in dieses Projekt gesteckt. Gebracht hat das die ersten Monate allerdings nichts, denn ich war nunmal nur eine von vielen.

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Bloggen ist undankbar und frisst dein ganzes Leben auf…

Wer selbst nicht bloggt, kann sich nicht vorstellen, wie frustrierend dieses Gefühl ist. Wenn du stundenlang am Schreibtisch sitzt, schreibst, redigierst, Bilder bearbeitest und das ganze in mühevoller Fitzelarbeit ins CMS einpflegst. Wenn du nach einem Tag Arbeit völlig fertig aber stolz wie Bolle auf „veröffentlichen“ klickst. Und wenn dir Google Analytics am nächsten Tag eine einstellige Klickzahl präsentiert, von der du noch die Hälfte abziehen kannst, weil es deine eigenen Webseitenbesuche waren.

 

Und trotzdem sitzt du immer wieder vor dem Laptop. Stunde für Stunde. Tag für Tag. Denn der Blog wird zu deinem Baby und das Bedürfnis, dich darum zu kümmern, ist einfach übermächtig – auch wenn es dir zum Dank nur in die Haare kotzt. Der Blog ist das schlimmste, was ich mir jemals angetan habe. Aber eben auch das großartigste, was ich jemals auf die Beine gestellt habe. Das erste Jahr war unglaublich hart und ich habe bis heute nicht das Gefühl, dass es irgendwann leichter wird.

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… aber wer durchhält, wird am Ende doch belohnt

Aber irgendwann kommen sie, die kleinen Erfolgserlebnisse. Bei mir zum Beispiel diesen Monat bzw. die letzten 30 Tage. Denn da haben sich zum ersten Mal mehr als 20.000 (!!) einzigartige Besucher auf meinen fucking Blog verirrt. 20.000 Menschen, die alle irgendetwas gesucht und auf Coconut Sports gefunden haben. Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, wie eine Armee aus 20.000 Menschen aussehen soll – aber ich schätze mal, ziemlich groß.

 

Deshalb wollte ich diesen Artikel mal zum Anlass nehmen, mich bei euch allen tausendmal zu bedanken. Für jeden Besuch, jeden Klick, jeden Kommentar und jedes Like. Ich möchte, dass ihr wisst, dass ich das niemals für selbstverständlich nehmen werde. Denn nur ihr seid es, die dieser Seite Leben einhauchen und ihr am Ende einen Sinn geben. Und so bleibt meine Motivation, euch auch in Zukunft regelmäßig Reiseberichte, Tipps und persönliche Geschichten um die Ohren zu hauen, weiterhin riesig.

Coconut Sports Besucherrekord

Ausblick: So geht es weiter mit mir und Coconut Sports

Wollt ihr wissen, wie die Reise weitergeht? Ok, also am Samstag fliege ich beruflich fast eine Woche nach Mexiko. Danach steht noch ein New York-Flug in meinem Dienstplan und ab Oktober bin ich wieder sechs Monate frei wie ein Vogel. Die möchte ich natürlich vor allem zum Reisen nutzen. Als erstes geht es für einen Monat auf die Philippinen und danach auf eine Pressereise in die Karibik.

Der Rest ist noch vollkommen offen, aber ich habe schon ein paar Ideen. Zum Beispiel möchte ich unbedingt nach Südafrika und auch nochmal nach Indonesien. Außerdem will ich meine Muay Thai-Künste noch weiter ausbauen, dafür würde ich eventuell nochmal nach Thailand fliegen. Vielleicht habt ihr ja noch Vorschläge? Wo muss ich unbedingt hin? Es sollte warm, günstig und für Freelancer geeignet sein (Stichwort: zuverlässiges Internet). Perfekt wären auch Strand und ein paar Wellen zum Surfen.

 

Ansonsten freue ich mich weiter über jedes Lebenszeichen, das ich von euch bekomme. Dabei ist Kritik natürlich genauso gerne gesehen bzw. gelesen wie positives Feedback. Was würdet ihr in Zukunft gerne von mir lesen? Gefallen euch die persönlichen Geschichten oder seid ihr eher an Reiseberichten und Guides interessiert? Lasst es mich wissen, ich bin gespannt.

Kerala Wester Ghats Mountains wandern

23 Gedanken zu „Nobody reads your fucking Blog!

  1. Caro

    Hey Franzi 🙂
    Dir erstmal herzlichen Glückwunsch zu den 20.000 Besuchern, das ist großartig und du hast es dir absolut verdient. Ich lese deine Texte unglaublich gern: Dein Schreibstil ist klasse, mach weiter so!
    Mit dem ersten Teil kann ich mich gerade sehr gut identifizieren… 😀 „Nobody reads my fucking blog“… Aber hey, das wird schon, auch kleine Erfolgserlebnisse müssen wahrgenommen werden und ich freue mich immer riesig über Kommentare und nette Zuschriften, die mir zeigen, dass ich vielleicht doch auf dem richtigen Weg bin 😉
    Alles Gute weiterhin – ich bleib hier auf jeden Fall dran 🙂
    Liebe Grüße,
    Caro

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Caro,
      vielen lieben Dank 🙂
      Ich drücke dir die Daumen, dass du weiter durchhälst. Es lohnt sich!
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  2. Step

    Ach, ich find deinen Blog toll, als einer der gern und viel reist finde ich genau die richtige Mischung hier aus informativem Guide und persönlichen Worten. In den meisten Fällen finde ich mich in deinen Beschreibungen und Erzählungen über die einzelnen Orte gut wieder – manches entspricht nicht ganz meinem persönlichem Empfinden, aber das muss es ja auch nicht, nicht jeder sieht jeden Ort der Welt gleich, oft kommt es ja auch auf die persönlichen Erlebnisse, die man an einem Platz hatte, an, mit welchen Augen man den betreffenden Ort dann wahrnimmt. Ich schau jedenfalls immer wieder sehr gern rein und freu mich jederzeit über neue Einträge hier. Speziell gespannt bin ich auf deinen Bericht über Mexiko, werde Ende Oktober selbst einige Tage in Mexico City verbringen und danach 3 Wochen durchs Land reisen.

    Dann noch schöne restliche dienstliche Flüge – und ein grandioses Halbjahr danach! 🙂 Ich bleib dran…..

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Step,
      vielen lieben Dank. Ich freue mich immer so unglaublich, ein paar Stammleser zu haben, von denen man immer wieder mal was hört. Vielen Dank für deine Kommentare und ich hoffe, dass dir der Blog auch weiter gefällt. Nach Mexiko möchte ich übrigens auch länger im Winter.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  3. Chris

    20.000!!!! Und auf das noch viele weitere Folgen! Ich bin gespannt auf den Karibik Bericht, denn ich bin am Dezember und das ganze naechste Jahr in der Gegend…

    Vielleicht kommt ja bald mal ein Hipser mit dem Shirt „You just get f*** famouse!“ =)

    Never say Never xD

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  4. Oli

    Tolle Sache! Herzlichen Glückwunsch für die 20.000. Ich kenn das Gefühl und freu mich auch jedes Mal tierisch, wenn ich wieder mal ne 10.000er-Mauer durchbreche. Ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg.
    Oli

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  5. Mario

    Herzlichen Glückwunsch! Absolut verdient. Ich könnte mir vorstellen, dass du dich in Mexiko wohlfühlen würdest. Günstig, viel zu sehen, tolle Wellen. Nur mit dem Internet hapert es oft, das ist aber bestimmt von der Region abhängig.
    Lieben Gruß
    Mario

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Gaurav,
      you`re probably my only Indian reader haha 🙂
      Thanks for following and I love your blog as well!
      Franzi

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  6. Biene aka BabyMufflon

    Herzlichen Glückwunsch zur 20.000! Das ist eine Zahl, von der mein kotzendes Blog-Baby nur träumen kann…
    Und vielen Dank für Deinen Artikel – er macht allen Bloggern mit neugeborenen Blogs Mut dranzubleiben!

    Viele Grüße
    Biene

    Antworten
  7. Christina

    Hallo Franzi,
    schön, dass du uns einen Einblick in deine Anfangszeit gibst. Ich finde es irgendwie immer beruhigend, wenn man sieht, dass wirklich jeder Blog seine Zeit benötigt und sich Geduld und Arbeit eben doch irgendwann auszahlen. Herzlichen Glückwunsch zu deinen 20.000. Ich komme immer wieder gerne vorbei und freue mich darauf, über die nächsten Abenteuer zu lesen. Auf die nächsten 20.000 🙂
    Liebe Grüße
    Christina

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