Was gibt’s eigentlich in Vancouver, außer Regen?

Wasserflugzeuge am Hafen von Vancouver

Vancouver wird von den Kanadiern auch Raincouver genannt – rund 166 Tage im Jahr sind die Locals hier mit Regenjacke unterwegs. Besonders schön ist die Stadt auf den ersten Blick auch nicht – eher grau, mit unglaublich vielen Hochhäusern und jeder Menge Beton. Warum solltet ihr also nach Vancouver fliegen, anstatt euch nur zwei Flugstunden weiter in Kalifornien die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen?

Meine Tipps: Sightseeing und Things to Do in Vancouver

Ganz einfach: Vancouver hat einfach das gewisse Etwas. Was das ist, kann ich gerade selbst nicht so richtig erklären. Die Stadt versprüht wenig Glamour – dafür Ruhe, Freundlichkeit und Lebensfreude. Die Einwohner sind unglaublich liebenswert und jedes Mal ganz aus dem Häuschen, wenn sie euch auf irgendeine Weise helfen können. Und sonst so? Naja, die Natur rund um Vancouver ist einfach unglaublich. Leckeres Essen gibt’s hier auch – und sogar Strände. Was will man mehr? Und das solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen:

Vancouver Skyline

Vancouver City: Eigentlich besteht die ganze Stadt komplett aus Hochhäusern

Capilano Suspension Bridge Park

Der Capilano Suspension Bridge Park liegt im Norden von Vancouver. Hier hängt die berühmte Capilano Suspension Bridge – eine 136 Meter lange und 70 Meter hohe Seilbrücke, die den Capilano River überspannt. Auf dem elf Hektar großen Gelände gibt es außerdem die Attraktionen Cliffwalk, Treetops Adventure, Raptors Ridge, Kids‘ Rainforest Explorer und viele Museen und Infostände. Neben der Hängebrücke ist besonders der Cliffwalk echt spektakulär. Leider sind die Preise ziemlich happig. Das Ticket für Erwachsene kostet $38 – Rabatte gibt’s für Studenten, Schüler, Senioren und natürlich Kinder.

 

Hinkommen: Es gibt zwei kostenlose Shuttles, die von Mai bis September alle paar Minuten in den Park fahren. Die rote Route hält am Canada Place sowie an den Hotels Hyatt Regency, Blue Horizon und Westin Bayshore. Die blaue Route startet am Century Plaza. Der Shuttle hält hier am Chateau Granville, am Liberty Square und an der Pacific Centre Mall.

 

Alternativ könnt ihr auch den Seabus vom Downtown Terminal nach North Vancouver nehmen (#236) und an der Station Capilano Suspension Park aussteigen. Sucht euch für euren Besuch am besten einen Tag aus, an dem kein Kreuzfahrtschiff anlegt (an der Rezeption nachfragen) – denn dann kann es im Park richtig voll werden.

Capilano Suspension Bridge Park Vancouver

Glücksgefühle pur: Unterwegs auf der Capilano Suspension Bridge

Capilano Suspension Bridge Park Treetop Adventure

Von den Lookouts aus habt ihr einen tollen Blick auf den Capilano River

Capilano Suspension Bridge Park Vancouver Cliffwalk

Neben der Suspension Bridge ist der Cliffwalk ein absolutes Highlight im Park

 Hafen von Vancouver

Der Hafen von Vancouver ist der zweigrößte Hafen in Kanada. Hier könnte ich stundenlang auf’s Wasser schauen, die einlaufenden Kreuzfahrtschiffe beobachten und den Wasserflugzeugen beim Starten und Landen zuschauen. Richtig cool sind auch die Digital Orca-Statue und die vielen kleinen Cafés und Restaurants am Hafen.

Hafen von Vancouver Kreuzfahrtschiff

Blick auf’s Meer: Ich liebe es, den Kreuzfahrtschiffen beim Anlegen zuzusehen

Hafen von Vancouver

Im Hafen von Vancouver starten und landen auch die Wasserflugzeuge, die auf die umliegenden Inseln fliegen

Hafen von Vancouver Digital Orca

Der Digital Orca: Keine Ahnung, was die Skulptur zu bedeuten hat – aber ich finde sie ziemlich cool

Canadian Trail

Direkt am Hafen liegt auch der Canada Place. Rund um das Gebäude führt der Canadian Trail: Der Pfad ist in 13 Sektionen aufgeteilt und repräsentiert die zehn Provinzen und drei Territorien von Kanada. Wer – wie ich – keine Ahnung von Geografie hat, kann sich hier einen guten Überblick über das Land verschaffen.

Canadian Trail am Canada Place in Vancouver

Direkt am Canada Place startet der Canadian Trail – perfekt für einen entspannten Spaziergang

Canadian Trail am Canada Place in Vancouver

Hier habe ich wirklich ziemlich viel Neues über Kanada erfahren

Stanley Park

Mit 404,9 Hektar ist der Stanley Park der größte Stadtpark in Kanada. In Form einer Halbinsel liegt er direkt neben der Innenstadt und ragt in den Fjord Burrard Inlet hinein. Richtig toll ist das 200 Kilometer lange Netz von Rad- und Spazierwegen. Erkundet den Park also am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad – es gibt auch einen richtig schönen Weg direkt an der Küste entlang mit tollen Stränden.

 

Mitten im Park liegen der Beaver Lake  und das Vancouver Aquarium. Das Aquarium hätte ich mir wahnsinnig gerne angesehen. Weil hier aber (wenn auch gerettete) Orcas gehalten werden, habe ich mich dagegen entschieden. Falls ihr reingehen möchtet: Der Eintritt kostet für Erwachsene $34. Fahrräder könnt ihr euch zum Beispiel am Canada Place oder auch direkt am Park ausleihen.

Sunset Beach im Stanley Park von Vancouver

Auch bei schlechtem Wetter bin ich gerne an den den Stränden im Stanley Park unterwegs

Sunset Beach im Stanley Park von Vancouver

Einsamkeit genießen: Wenn die Sonne nicht scheint, ist die Gegend absolut ausgestorben

Granville Island

Aus einer aufwendigen Restaurierung eines früheren Lagerhauskomplexes heraus entstand der Granville Island Public Market in der Nähe der Granville Bridge. Neben dem großen Markt gibt es hier heute viele Restaurants und Geschäfte, in denen Souvenirs und Kunst verkauft werden. Ganz im Gegensatz zum Rest von Vancouver könnt ihr in der Markthalle richtig günstig (und natürlich auch lecker) essen. Für mein Thai-Curry habe ich zum Beispiel $7,50 gezahlt.

Granville Island Market

Seafood, Thai, Indisch, Burger – die Auswahl in der Markthalle ist einfach riesig

Vancouver Granville Island Market Cake

Das beste sind aber definitiv die Desserts: Wir haben den Raspberry Cheesecake probiert

Granville Bridge

Nach Granville Island fahren verschiedene Busse. Ich würde euch aber empfehlen, zu Fuß über die Granville Bridge zu gehen – hier habt ihr einen richtig tollen Ausblick!

Granville Bridge Vancouver

Unterwegs auf der Granville Bridge: Hier kommt ihr direkt nach Granville Island

Granville Island Vancouver

Die Granville Bridge im Hintergrund. Von der Brücke aus habt ihr einen tollen Blick auf Vancouver

Chinatown

Chinatown in Vancouver ist längst nicht so spektakulär wie in New York oder Sydney. Aber auch hier gibt es leckeres Essen, kitschige Läden und ein paar schöne Parks. Der Dr. Sun-Yat-Sun-Garden kostet allerdings $14 Eintritt. Wem das zu teuer ist: Direkt daneben liegt der kostenlose Dr. Sun-Yat-Sun-Park.

Urwaldriesen im Dr. Sun-Yat-Sun-Garten in Chinatown Vancouver

Einfach mal raus aus der Stadt: Der Dr. Sun-Yat-Sun-Park ist eine kleine Oase

Urwaldriesen im Dr. Sun-Yat-Sun-Garten in Chinatown Vancouver

Klein aber fein: Der Besuch im chinesischen Garten ist einfach entspannend

Robson Street

Die Robson Street verläuft durch Downtown Vancouver bis ans West End von Vancouver. Sie ist wohl die schönste Einkaufsstraße der Stadt und beherbergt außerdem unglaublich viele Restaurants und Cafés. Auf der Robson Street liegt übrigens auch die Vancouver Library, die Vancouver Art Gallery und die riesige Shoppingmall Pacific Center – perfekt für einen regnerischen Nachmittag in der Stadt. Mein Tipp: Ein Abstecher zu Cupcakes on Denman (in der Querstraße Denman Street) lohnt sich!

Library Square Robson Street Vancouver

Wenn die Sonne zur Abwechslung mal scheint, sieht die Innenstadt richtig hübsch aus

Cupcakes on Denman Street Vancouver

Cupcakes on Denman: Ich hätte am liebsten alles einmal durchprobiert

Cupcakes on Denman Street Vancouver

Entschieden haben wir uns dann für Cookies & Cream und Peanut Butter Chocolate

Was ihr in Vancouver sonst noch unternehmen könnt

Natürlich gibt es in Vancouver noch viel mehr zu entdecken – leider hatte ich wie immer viel zu wenig Zeit. Ich habe aber noch ein paar tolle Tipps von Locals und Kollegen bekommen, die ich euch natürlich nicht vorenthalten will:

Mit dem Wasserflugzeug nach Victoria

Der Wasserflughafen liegt direkt am Hafen, links vom Canada Place. Hier starten stündlich Wasserflugzeuge nach Victoria und Nanaimo sowie mehrmals täglich zu weiteren Zielen wie Como oder die Gulf Islands. Besonders in den Sommermonaten solltet ihr früh los und gegen Nachmittag zurückfliegen – sonst besteht die Gefahr, dass ihr nicht mitkommt.

Grouse Mountain

Im Winter ein Skigebiet, im Sommer ein tolles Ausflugsziel. Der 1.231 Meter hohe Grouse Mountain liegt nördlich von Vancouver in den North Shore Mountains. Hier könnt ihr mit der Gondel nach oben fahren und tolle Wanderungen unternehmen, mit dem Flying Fox durch die Gegend fliegen oder auf einer geführten Tour Grizzly Bären beobachten. Zum Grouse Mountain kommt ihr mit dem Bus #236 oder mit dem kostenlosen Shuttle, der am Canada Place abfährt.

Lookout Tower

Im Harbour Centre (555W. Hastings Street) steht der Lookout Tower, der einen fantastischen 360 Grad Blick über Stadt, Buchten und Berge bietet. Kostet $15 Eintritt und lohnt sich vor allem bei gutem Wetter.

Golden Ears Park

Der Golden Ears Park liegt 40 Kilometer östlich von Vancouver und ist gut mit dem Mietwagen zu erreichen. Er zieht sich von Maple Ridge nach Norden am Alouette Lake entlang. Hier erwarten euch schöne Bergbäche, beeindruckende Zedernwälder und ein großer Grillplatz am See.

Sunwolf Outdoor Centre

Das Sunwolf Outdoor Centre liegt eineinhalb Stunden nördlich von Vancouver und ist mit dem Auto über den Highway 99 zu erreichen. Hier werden viele Aktivitäten angeboten, wie beispielsweise Rafting mit Adlerbeobachtung.

Vancouver Hafen Ausblick vom Pan Pacific

Im Hintergrund seht ihr den Stanley Park. Von der Innenstadt aus könnt ihr dort auch zu Fuß hinlaufen

Wie viel Zeit braucht ihr für Vancouver?

Eigentlich reichen drei Tage locker, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vancouver abzuklappern. Wenn ihr noch mehr Ausflüge in die Umgebung unternehmen wollt, solltet ihr natürlich entsprechend mehr Zeit einplanen. Haltet euch aber nicht zu lange in der Stadt auf. Denn auch wenn Vancouver wirklich ein cooler Ort ist, hat Kanada einfach viel mehr zu bieten.

Und wann ist die beste Reisezeit?

Die beste Zeit für einen Besuch in Vancouver sind die Monate von Mai bis September. Wenn ihr den Regen so gut wie möglich vermeiden wollt, bieten sich Juni, Juli und August an. Grundsätzlich ist das Klima in Vancouver aber relativ mild, sodass die Stadt ein ganzjähriges Reiseziel ist.

 

Wie schon oben erwähnt können Ausflüge schnell stressig werden, wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe an einem Tag anlegen. Denn dann fluten innerhalb kürzester Zeit hunderte Touristen die Sightseeingbusse, den Capilano Suspension Park und einfach alles, was man vom Hafen aus bequem erreichen kann.

Wie sieht’s mit öffentlichen Verkehrsmittel aus?

Das öffentliche Verkehrsnetz in Vancouver ist sehr gut. Es gibt ein Busnetz, den Skytrain (ein Zug, der relativ weit aus der Stadt rausfährt), den West Coast Express (ein Zug, der an der Küste entlang fährt) und den Seabus (ein Schiff, fährt am Hafen entlang). Informationen und Preise gibt’s hier. Außerdem gibt es zwei Hop-on-Hop-off-Busse (Vancouver Trolley und Westcoats Sightseeing), die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Vancouver anfahren. Tickets kosten bei beiden Anbietern $42 für 24 Stunden.

Und welches ist das schönste Hotel?

Da muss ich definitiv eine Lanze für das Pan Pacific Vancouver brechen – eines der schönsten Hotels, in denen ich jemals war. Leider ist der Laden sündhaft teuer, aber wenn ihr euch einmal etwas ganz Besonderes gönnen möchtet, seid ihr hier definitiv richtig. Mein absolutes Highlight: Die Rooftop-Poollandschaft mit Jacuzzi auf dem Dach – besonders im Regen.

Rooftop Pool Pan Pacific Hotel in Vancouver

Der Rooftop Pool im Pan Pacific – natürlich beheizt und auch bei schlechtem Wetter ein Traum

Rooftop Pool Pan Pacific Hotel in Vancouver

Schade, dass wir keine Sonne hatten. Hier hätte ich gerne mal ein paar Cocktails auf dem Dach geschlürft

Rooftop Pool Pan Pacific Hotel in Vancouver

Im Whirlpool habe ich den Regen und die kalten Temperaturen richtig genossen

8 Gedanken zu „Was gibt’s eigentlich in Vancouver, außer Regen?

  1. Mandy

    Hi liebe Franzi,
    ich stimme Dir mehr als zu! Vancouver ist grandios! Ja, es regnet bestimmt acht Monate im Jahr, aber die Stadt macht es mit Charme, unglaublichen Aussichten und den freundlichsten Menschen wieder weg.
    Vor drei Jahren (ioh man die Zeit rast) war einen Monat für ein Praktikum dort – und habe mich Hals über Kopf verliebt. Es ist wohl kein Wunder, dass Vancouver zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität gehört. Kanadier haben die Work-Life-Balance einfach drauf 😉
    Meine Highlights waren morgens vom Office im 18. Stock auf die Berge von North Van zu blicken, abends ein Weinchen am Strand in Kitsilano und sich einfach treiben lassen. Falls Du mal wieder Lust für eine Runde Laufen hast, empfehle ich Dir meine Lieblingslaufstrecke: http://gogirlrun.de/laufen-vancouver
    Sonnige Grüße aus Berlin,
    Deine Mandy

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    1. Franzi Artikelautor

      Hallo meine Liebe!

      Danke für den Tipp, da gehe ich das nächste Mal bestimmt eine Runde laufen. Zum Radfahren ist die Gegend aber auch sehr, sehr schön 🙂 . Ich hoffe ja sehr, dass ich nächstes Jahr nochmal bei schönem Wetter nach Vancouver komme. Die Stadt ist wirklich ein Träumchen!

      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  2. Franka

    Cooler Artikel mit schönen Bildern!!
    Ich war Anfang diesen Jahres auch in Vancouver und hatte wahnsinniges Glück mit dem Wetter. Aber alle Einheimischen bestätigten mir, dass das Regen-Image leider nicht von ungefähr kommt 😀
    Vor allem Gastown hatte es mir angetan und ich war jeden Abend in einem anderen der tollen Lokale dort.. Ich hoffe sehr nochmal im Sommer zurückkehren zu können um die Stadt dann nochmal von einer anderen Seite kennenzulernen.

    Liebe Grüße,
    Franka

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    1. Franzi Artikelautor

      Vielen Dank, liebe Franka! Da beneide ich dich wirklich wahnsinnig – ich möchte Vancouver so gerne mal bei strahlendem Sonnenschein erleben. In Gastown waren wir auch essen, hat mich richtig gut gefallen. Ich möchte auch unbedingt nochmal nach Vancouver zurück, am liebsten natürlich im Sommer.
      Liebe Grüße
      Franzi

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    1. Franzi Artikelautor

      Musst du unbedingt, es lohnt sich total! Ich mag aber auch erst im Sommer wieder hin – nächstes Jahr dann 🙂 .
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten

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