Warum ich auf Soloreisen immer noch in Hostels absteige

Hostellife - Leben im Hostel auf den Philippinen

Was würdest du mitnehmen, wenn du alleine auf eine einsame Insel fliegst? Einen Kaschmir-Schlafanzug von Hugo Boss? Ein Bogner-Handtäschchen oder einen völlig überteuerten Lipgloss von M.A.C.? Wahrscheinlich nichts davon. Aber leider sind es genau diese Dinge, die mich auf die Insel Palawan begleitet haben. Meine Philippinenreise läuft nicht rund und wir müssen darüber reden.

Alles was schief gehen kann, geht schief

Ehrlich gesagt hat mein lang ersehnter Philippinen-Trip sogar einen albtraumartigen Start hingelegt – inklusive Gepäckverlust, einer Nacht am Flughafen und einer geklauten GoPro. Denn weil ich mal wieder zu arm für einen Sitzplatz war, habe ich mich als Standby für den Qatar Airways Flug von München über Doha nach Manila gelistet. Die Zeichen standen eigentlich gut: Als ich ein paar Stunden vor Abflug die Buchungszahlen gecheckt habe, gab es noch genügend freie Plätze.

 

So kam ich dann auch ganz entspannt in Doha an und ging direkt ans Gate, um mir den nächsten Boardingpass abzuholen. Aber als ich dort eine Menschentraube und die gestressten Gesichter der Kollegen am Schalter sah, hätte ich es mir eigentlich schon denken können: Ein Flieger war ausgefallen und die stehengebliebenen Passagiere mussten auf andere Airlines verteilt werden. Kurz gesagt: Ich wurde zusammen mit vier anderen Standbys aus dem Flug gekickt, den wir schon so gut wie in der Tasche hatten. Die kleine Gruppe war zum Glück super nett und wir konnten uns die nächsten sechs Stunden gut vertreiben. Um eine Nacht Frieren, Warten und Zeit totschlagen kamen wir aber natürlich trotzdem nicht herum.

Cebu Pacific Flugzeug Philippinen Palawan

Gepäckverlust und der schlechteste Taxifahrer von Manila

Am Manila International wartete dann der nächste Hammer auf mich: Gepäckverlust, wahrscheinlich wegen dem Chaos in Doha. Fast vier Stunden verbrachte ich an einem der hässlichsten Airports der Welt, bis ich mich endlich – nur mit Handgepäck und einem vollkommen nutzlosen Overnight-Kit bewaffnet – auf den Weg in mein erstes Hostel machen konnte. Inzwischen war es zwei Uhr nachts und ich war mit den Nerven am Ende.

 

Und weil mir Karma an diesem Tag noch nicht genug Tritte verpasst hatte, geriet ich auch noch an den wohl unfähigsten Taxifahrer in ganz Manila. Mit seinem uralten Taxi verfuhr er sich so heftig, dass wir für nur drei Kilometer Strecke fast zwei Stunden unterwegs waren. Als er mir zum Schluss noch den doppelten Fahrpreis abzocken wollte, war ich mit den Nerven am Ende.

Palawan spielende Kinder auf der Straße Philippinen

Fünf Tage Handgepäck und ein ausgeräumter Rucksack

Insgesamt musste ich fünf Tage auf mein verlorengegangenes Gepäck warten. Fünf Tage, in denen ich gefühlte hundert Mal beim Customer „Service“ angerufen und diskutiert, gebettelt und getobt habe. Irgendwann hat es die Airline endlich geschafft, meinen Rucksack nach Puerto Princesa (Palawan) zu schicken. Und als ich dann gesehen habe, dass die Flughafenmitarbeiter mein Gepäck durchwühlt und meine brandneue GoPro gezockt hatten, hätte ich wirklich heulen können.

 

Jetzt denkt ihr wahrscheinlich: Selbst schuld, wenn man Wertsachen im Aufgabegepäck mitnimmt. Aber mein Handgepäck war leider rappelvoll mit Kamera, Objektiven, Laptop, Ladegeräten etc. – und hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer.

Nagtabon Beach Palawan - Strand bei Puerto Princesa

Wenn dir Reisebekanntschaften am Ende doch den Tag retten

Zum Glück findet man auf Reisen eigentlich immer ein paar Gleichgesinnte, die auch die beschissensten Situationen irgendwie erträglich machen. In meinem ersten Hostel wurde ich mit massenhaft Bier und Oreo-Keksen über meine grauenhafte Anreise hinweggetröstet. Und in den letzten Tagen habe ich nicht nur Shirts und Hosen geliehen sondern auch ein paar richtig tolle GoPro-Bilder für meinen Blog bekommen.

 

Und das ist auch der Hauptgrund dafür, warum ich auf Soloreisen immer noch am liebsten in Hostels absteige. Denn so sehr ich schöne und luxuriöse Hotels auch liebe – so richtig genießen kann ich sie eigentlich nur zu zweit oder auf kurzen Reisen. Denn dort gibt es niemanden, der dir nachts um zwei mit dem Motorrad dein Lieblingsshampoo aus dem 7Eleven holt. Und auch dein Zimmernachbar würde dich wahrscheinlich nur blöd anschauen, wenn du ihn fragst, ob er dir eine Badehose leihen kann.

Luli Island - Island Hopping in Honda Bay, Palawan

Auch im Hostel gönne ich mir jetzt ein bisschen Luxus

Der einzige Unterschied zu meinen Hardcore-Backpackerzeiten ist eigentlich, dass ich mittlerweile mehr auf die Bewertungen achte als auf den Preis. Außerdem gönne ich mir fast immer ein Einzelzimmer. Denn ich liebe es einfach, wenn ich abends die Tür hinter mir zumachen und meine Wach- und Schlafzeiten selbst bestimmen kann. Aber noch mehr liebe ich es, schon morgens beim Frühstück neue, spannende Leute kennenzulernen und gemeinsame Unternehmungen für den Tag zu planen.

 

Zusammen mit Hostelworld möchte ich euch deshalb in den nächsten Wochen und Monaten ein paar ganz besondere Unterkünfte vorstellen. Los geht’s auf den Philippinen, die mit dem Love and Peace Deep Jungle River Resort und dem Bamboo Bed and Breakfast schon richtig gut vorgelegt haben. Mittlerweile bin ich im Pink Hostel in Manila angekommen – hier wohne ich während der Reisebloggerkonferenz TBEX.

 

Ich hoffe wirklich, dass jetzt alles schiefgegangen ist, was schiefgehen kann. Und ändern kann ich ja gerade sowieso nichts. Deshalb versuche ich einfach, so wenig wie möglich über meine Pechsträhne nachzudenken. Stattdessen bin ich einfach dankbar für die traumhaft schöne Woche auf Palawan und freue mich auf alles, was noch kommt. Bald gibt’s den ersten Philippinen-Reisebericht auf Coconut Sports – also bleibt dran!

Luli Island - Island Hopping in Honda Bay, Palawan

In Kooperation mit Hostelworld. 

5 Gedanken zu „Warum ich auf Soloreisen immer noch in Hostels absteige

  1. Anne-Marie

    Oh nein – was für ein ätzendes Erlebnis 🙁
    Ich wünsche dir, dass dir ab jetzt nur noch großartige Dinge passieren.
    Lass dich bloß nicht unterkriegen.
    Liebe Grüße
    Anne

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  2. Thomas

    Hallo Franzi,
    ich war gespannt was du auf den Philippen erlebst. Als meine Reise damals hatte die Überschrift Pleiten, Pech und Pannen. Schon gleich bei der ersten Taxifahrt von Flughafen nach Manila war das Taxometer manipuliert (stand auch im Reisehandbuch und habe darauf geachtet), und es ging los mit dem feilschen um den Fahrpreis. Immer wieder war etwas bei der Reise und hatte auch eine Zwangsübernachtung in Manila, da ich auf einer Wartliste für einen Flug stand und genau alle kamen mit, nur ab mir auf der Liste nicht mehr. Ich hoffe dir ergeht es besser.
    Lg
    Thomas

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  3. Nicole

    Boa, is ja echt schade mit deiner ProGo, nicht gerade billig die cam, hast du ne Diebstahl Versicherung gehabt? Hab mal gehört, die Phillipinen wären das ärmste und katolischte Land der Welt! Da kann sich eine Frau gar nicht so einfach offiziell scheiden lassen, einmal geheiratet, bis dass auf der Tod euch scheidet! Ein Kumpel ist mit einer Phillipinin verheiratet, ist der Hammer, wieviele Frauen einen deutschen Mann suchen! Naja, jetzt haben die filipinos den Amis die Freundschaft gekündigt und sie aufgefordert das Land zu verlassen! Vielleichts wirds ja bald besser!

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  4. Danny

    Also bei der Reise wäre ich wohl auch ziemlich am Ende gewesen. Wenn schon scheiße, dann richtig ^^ aber Tag 2 konnte ja eig nur besser werden 🙂

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