Wenn die Liebe nicht mit in den Koffer passt

Langzeitreise: Leidet die Beziehung unter dem ständigen Fernweh?

Heute wird’s persönlich und ich habe lange überlegt, ob ich diesen Artikel überhaupt veröffentlichen soll. Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass es da draußen ganz viele Menschen gibt, denen es genauso geht wie mir. Was sollen wir tun, wenn es in unserem Leben zwei große Lieben gibt? Die eine für die Person, mit der wir alt und grau werden wollen. Die andere für das Reisen – und die hört einfach nicht damit auf, uns immer wieder mit dem Fernwehvirus zu infizieren.

Chronisches Fernweh nervt auch irgendwann

Ich kenne eigentlich keinen Menschen, der nicht gerne verreist. Ich denke, Fernweh ist uns angeboren. Denn wir sind von Natur aus neugierig. Entdecker, Sucher und Finder. Aber nur bei einer Handvoll Menschen geht die Lust aufs Reisen so weit, dass sie das komplette Leben bestimmt. Ich gehöre leider dazu. Und ich sage ganz bewusst leider, denn wenn ich heute mit dem Finger schnipsen und mein ständiges Fernweh für immer kurieren könnte, würde ich es wohl tun.

 

Ich wäre so gerne zufrieden mit einem festen Job, zwei schönen Urlauben im Jahr, einer netten Eigentumswohnung in München und vielleicht auch einem Hund. Anders als viele andere Blogger und digitale Nomaden schaue ich nicht mitleidig auf die Menschen herab, die ein solches Leben führen. Ganz im Gegenteil: Ich beneide sie sogar.

Warum kann ich nicht einfach alles haben?

Aktuell scheint das alles für mich unerreichbar. Denn wer ständig reist, hat weder Zeit noch Geld, zu Hause ein bequemes Leben aufzubauen. Und dabei hat in München alles so gut angefangen: Nach eineinhalb Jahren in Neuseeland, Australien und Südostasien war ich bereit, dem Ruf der Vernunft zu folgen. Ein Volontariat in einer PR-Agentur, ein paar neue Kontakte und plötzlich ein gut bezahlter Job in einem großen Unternehmen. Die erste eigene Wohnung, ein fester Freund, eine Mitgliedschaft im Sportverein und eine profitable Altersvorsorge. Leben, wie es sein sollte.

 

Fast drei Jahre habe ich es ausgehalten, bis sich die bösen Gedanken wieder eingeschlichen haben: „Jetzt sitzt du hier auf diesem Bürostuhl, bis du stirbst.“ – „Eigentlich will ich gar keine Beförderung, dann muss ich ja noch mehr arbeiten.“ – „Ist das wirklich alles?“ – „Ich will, dass mein Leben etwas bedeutet.“

Kokosnuss im Sand Dominikanische Republik

Und dann war auf einmal alles anders

Am Ende habe ich nur noch fürs Wochenende gelebt und war sogar im Urlaub deprimiert, weil ich wusste, dass ich bald wieder im Büro sitzen muss. Viele von euch werden jetzt sagen: „Dann hatte sie wohl den falschen Job.“ Aber leider war das auch nicht die Ursache. Ich hatte einen tollen Job, nette Kollegen und faire Vorgesetzte, die es mir ermöglicht hätten, mich in jede erdenkliche Richtung zu entwickeln. Die einzige Richtung, die ich einschlagen wollte, war allerdings der Ausgang.

 

Wie das Drama ausgegangen ist, wissen die meisten von euch schon: Kündigung, ein paar längere Reisen, ein Teilzeitjob als Flugbegleiterin und die ersten Schritte in die Selbständigkeit. Ich habe jetzt weniger Geld, dafür aber viel mehr Zeit. Und bin ich jetzt glücklicher? Auf jeden Fall. Obwohl ich doch so einiges vermisse. Zum Beispiel einen geregelten Alltag (das Gras auf der anderen Seite ist eben doch immer grüner), Mittagspausen mit den coolsten Kollegen und natürlich hemmungslose Shoppingtouren ohne schlechtes Gewissen.

Den gemeinsamen Alltag gibt’s nicht mehr

Mit der neu gewonnenen Reisezeit hat sich allerdings ein neues, riesengroßes Problem aufgetan: Die ständige Trennung auf Zeit von meinem Freund. Denn der ist „leider“ glücklich in seinem Vollzeitjob und hat auch keinerlei Intentionen, alles hinzuschmeißen und mit mir auf Reisen zu gehen. Und so fahren wir zwar so oft wie möglich zusammen in den Urlaub – genauso oft bin ich aber auch alleine unterwegs.

 

Ich sitze gerade im Flieger nach Island, während ich diese Zeilen schreibe. Direkt danach geht’s weiter zur ITB nach Berlin. Er sitzt zu Hause und konkret bedeutet das, dass wir uns wieder zwei Wochen nicht sehen. Ich muss zugeben, dass mir sogar diese relativ kurze Zeit ziemlich schwer fällt. Richtig schlimm wird es aber immer dann, wenn ich länger unterwegs bin. Als ich im Oktober alleine nach Bangalore geflogen bin, hat es mir fast das Herz zerrissen. Um ehrlich zu sein, war ich am Flughafen sogar ganz kurz davor, in den Flieger Richtung Heimat zu steigen.

Fernweh: Playa Bonita auf der Halbinsel Samana, Dominikanische Republik

Vergessen und vergessen werden

Das schlimmste an der Trennung auf Zeit ist aber nicht der Abschied an sich. Viel schlimmer ist es, mitanzusehen, wie die anfangs noch so heiße Liebe mit jedem Tag ein paar Grad runterkühlt. Während man am Anfang noch ständig Kontakt hält und sich alles erzählt, werden die Gespräche nach und nach kürzer und inhaltsloser. Die vielen neuen Eindrücke und Bekanntschaften lassen uns irgendwann fast vergessen, dass zu Hause noch jemand auf uns wartet.

 

Ich habe schon von vielen Paaren gehört und gelesen, deren Beziehung die Langzeitreise nicht überstanden hat. Und auf meiner letzten Reise habe ich gelernt, dass ich leider auch nicht immun dagegen bin. Es braucht unglaublich viel Energie und Durchhaltevermögen, die Liebe auf Distanz am Leben zu erhalten. Und wenn man endlich wieder nach Hause kommt, liegt die Trennung oft wochenlang wie ein dunkler Schatten auf der Beziehung.

Und wenn man am Ende ganz allein dasteht?

Ich habe leider auch keine Tipps für euch, wie ihr das verhindern könnt. Natürlich ist es wichtig, regelmäßig Kontakt zu halten. Aber oft ist das viel leichter gesagt als getan. In einer perfekten Welt wäre mein Freund natürlich genauso fernwehgeplagt wie ich. Aber die Realität sieht nunmal anders aus und Menschen sind und bleiben verschieden.

 

Ein Dilemma, denn eigentlich möchte ich weiter lange und viel reisen. Vielleicht sogar bald mal wieder ein paar Monate im Ausland leben und arbeiten. Aber ist es das wirklich wert, dafür immer wieder die Beziehung aufs Spiel zu setzen? Bin ich vielleicht zu egoistisch, zu unemphatisch? Würde ich mich nicht selbst auch furchtbar fühlen, wenn mich mein Freund immer wieder monatelang allein lassen würde? Denn für den Daheimgebliebenen ist die Situation natürlich immer noch viel schlimmer.

 

Für mich ist die Vorstellung ganz schrecklich, auf das Reisen verzichten zu müssen. Aber genauso schrecklich ist der Gedanke, dass ich irgendwann alleine sterbe und in einer Singlewohnung von meinen fünf Katzen aufgefressen werde. Meine Großeltern würden mich für dieses „First World Problem“ mit Sicherheit belächeln. Und trotzdem ist es ein Problem, das unsere Generation und die Generationen nach uns noch eine Weile beschäftigen wird. Denn mit all den Freiheiten, die uns die moderne Welt bietet, geht auch eine große Gefahr einher: Einsamkeit.

 

Was meint ihr dazu? Sind Soloreisen ein Beziehungskiller?

Fernweh: Dominikanische Republik Blick auf die Halbinsel Samana

31 Gedanken zu „Wenn die Liebe nicht mit in den Koffer passt

    1. Annette

      Liebe Franzi,
      klingt abgedroschen, aber ich verstehe dich auch zu gut.
      Bin mehr als doppelt so alt und habe mit Mitte 20 als Single eine neue Wohnung und neue Arbeitsstelle (Büro) aufgegeben um als Reiseleiterin zu arbeiten. War mein Traum! Nach der ersten Saison kam mein Exmann dazwischen, wegen ihm und der damals ach so großen Liebe, bin ich wieder im deutschen Büro gelandet.
      Mein Ex ist ein Reisemuffel. Die ganzen Gefühle und sonstige Gemeinsamkeiten nutzten nichts. Trennung. Jetzt bin ich in Rente und mit einem ebenso reisefreudigen Mann verheiratet. Leider viel zu spät , mit über 50.
      Wir spinnen: hätten wir uns viel früher kennengelernt, wir wären gemeinsam gereist und hätten unser Hobby „Fotografieren“ zum Beruf gemacht…
      Auf jeden Fall gehört zu unserer Liebe noch viel mehr als das gemeinsame Reisen. Aber das ist ein anderes Thema … 😉

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      1. Franzi Artikelautor

        Hi Annette,
        das klingt ja toll, wo hast du denn als Reiseleiterin gearbeitet?
        Schön, das du jetzt jemanden gefunden hast, mit dem du die Welt bereisen kannst. Und denk bloß nicht zu viel darüber nach, dass ihr euch früher hättet kennenlernen sollen. Ihr habt doch noch soo viele Jahre Zeit und könnt noch so viele gemeinsame Reisen unternehmen.
        Viel Spaß dabei!
        Liebe Grüße
        Franzi

        Antworten
  1. Markus O.

    Sehr ehrlich und gut geschrieben, Respekt!
    Ich gehöre zu den Glücklichen, deren Partner die Reisebegeisterung zu hundert Prozent teilt. Bei uns ist das aber natürlich nochmal etwas vollkommen anderes. Sind ja beide in Vollzeitjobs und haben dementsprechend ähnlich viel bzw. wenig Urlaub. Aber dein jährliches Reisepensum ist ja doch eher ungewöhnlich 🙂
    Gruß, Markus

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Vielen Dank! Ja, das macht es natürlich einfacher. Als ich noch meinen Vollzeitjob hatte, haben wir fast alle Reisen gemeinsam gemacht.
      Liebe Grüße
      Franzi

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  2. Step

    hm, gutes thema, und schwer zu beantworten. aus meiner erfahrung kann ich nur sagen – fernweh siegt immer! die person, wegen der ich das reisen aufgeben würde, ist noch nicht in mein leben getreten, ich wage sogar zu behaupten, eine solche person kann es nicht geben……

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  3. Jules

    Ich verstehe so gut was du meinst. Bin gerade das erste mal für 3,5 Monate allein unterwegs und mein Freund mit dem ich 3 Jahre zusammen bin ist zu Hause. Ich vermisse ihn unglaublich und manchmal ist es kaum auszuhalten. Wir haben eigentlich viel Kontakt und das will ich sie beibehalten. Ich will nicht das unsere Beziehung daran zerbricht und denke auch dass sowas nicht passiert wenn es passt.
    Was war Der längste Zeitraum den du von deinem
    Freund getrennt warst?
    Alles liebe Jules
    http://Www.mabelicious.com

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    1. Franzi Artikelautor

      Hi Jules,
      wow, dreieinhalb Monate ist ja wirklich eine lange Zeit. Wo bist du denn unterwegs?
      Mein Maximum war bisher zweieinhalb Monate, das war hart.
      Liebe Grüße
      Franzi

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  4. Elisa

    Franziiii, ein toller Artikel! Du sprichst mir aus der Seele. Manchmal wünschte ich mir, ich hätte dieses ständige Fernweh nicht. Ich wünschte mir, ich würde meine ganze Energie in eine sichere Zukunft mit Haus, Familie und Katze stecken. Vor 7 Jahren war das auch noch der Plan. Das Studium war beendet, ich war für ein paar Monate in Australien, habe mir den Traum erfüllt und dann könnte ich ja sesshaft werden. Wie das mit den Plänen so ist, es kommt doch irgendwie anders. Jetzt kann ich mir ein Leben ohne Reisen nicht mehr vorstellen. Aber mein Freund hat auch eine Festanstellung, in der er glücklich ist. Und er fehlt mir auf jeder Soloreise, ob kurz oder lang.
    Wir sollten mal beim nächsten Treffen darüber ausführlich quatschen. 😀
    Ganz lieben Gruß

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Elisa,
      vielen lieben Dank 🙂
      Geht mir ganz genauso, nur mit Hunden anstatt Katzen. Hoffe wir bekommen bald mal wieder ein Treffen hin.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  5. Nicole

    Ich kann dich so gut verstehen und bin happy, auf deinen Beitrag gestoßen zu sein…. Bei mir ist zwar nicht das Reisen meine Leidenschaft, eher meine Freiheit, die ich nicht aufgeben möchte für jemanden. (weshalb ich auch schon lange single bin). Ich will auf der einen Seite nichts vom Leben verpassen und alle Eindrücke, die es bietet, auskosten. Auf der anderen Seite habe ich auch Angst, irgendwann als Katzenfrau zu enden.
    Deine Einleitung mit Job und fixem Leben erinnert mich übrigens auch sehr an mein früheres Leben, wo eigentlich alles perfekt war, ich mich aber dennoch aus allen Fesseln los riss, um frei zu sein……

    Ich würde meinem Gefühl folgen, es wird dich nicht belügen!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Nicole,
      vielen Dank, das freut mich total. Mich macht der Gedanke manchmal auch total fertig, dass wir heutzutage so viele Möglichkeiten haben. Letztendlich würde ich mich aber wohl doch immer für die Freiheit entscheiden.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  6. Ronja

    Ein wirklich toller Post! Mir geht es zwar noch nicht so, aber ich hab genau davor Angst! Mein Freund und ich sind noch nicht mega lange zsm und trotzdem kann ich mir eine Zukunft mit ihm vorstellen. Wir beide sind kurz vor dem Ende unseres Studiums und sind beide vom Reisevirus geplagt, nur befürchte ich, dass es uns sehr oft in verschiedene Richtungen treiben wird! Aber nicht zu reisen würde mich eben auch furchtbar unglücklich machen. Auf der anderen Seite merke ich grad wo er jetzt in Amerika ist und ich in Deutschland rumreise, dass wir beide unsere Reisen alleine trotzdem auch nicht so recht genießen können! Eine echte Zwickmühle!

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Ronja,
      vielen Dank! Ich beneide dich total, dass ihr noch so am Anfang seid. Ich mochte das Gefühl damals, dass noch alles offen ist 🙂
      Wie schade, dass du deine Reisen alleine nicht so wirklich genießen kannst. Kann ich aber gut nachvollziehen. Wo bist du denn aktuell so unterwegs?
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  7. Andrea

    Toller Artikel, der zum Nachdenken anregt..
    Ich kann das total nachvollziehen.. ich bin (auch 28 und) echt mega vom Fernweh geplagt, aber mein Freund hatte immer irgendwelche Einwaende mal laenger wegzufahren. Kein Geld, kaum Urlaubstage, kein Plan wohin, keine Lust.. Ich finde wenn man etwas wirklich will, findet man schon eine Loesung wie man eine Reise finanzieren kann oder das zeitlich hinbekommt. Wir sind da wohl ziemlich verschieden und ich habe gemerkt, dass ich das nicht laenger kann und mich getrennt. Jetzt bin ich dabei mir meinen lang gehegten Traum zu Erfuellen (zumindest plane ich das): Neuseeland! 🙂 Fuer mich war das die richtige Entscheidung und ich fuehle mich befreit (weil ich ihm zuliebe eben wirklich auch aufs Reisen verzichtet habe) – auch wenn es natuerlich traurig ist, dass es so kommen musste.

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hallo Andrea,
      dankeschön, das freut mich, dass er dir gefallen hat.
      Ich sehe das genauso wie du: Wer wirklich reisen will, schafft das auch. Unabhängig von Geld und Lebensumständen. Aber wie schön, dass du dir deinen Traum erfüllst. Wann geht’s denn los? Ich habe damals in Neuseeland die tollste Zeit meines Lebens verbracht 🙂
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
      1. Andrea

        Ich bin mir noch nicht ganz sicher, es kommt etwas darauf an wann ich (endlich) aus meinem Job rauskomme (ich lebe/arbeite momentan in London). Aber dann sobald wie moeglich! Neuseeland muss unglaublich toll sein, ich habe bisher wirklich nur sehr sehr Positives gehoert! 🙂 Am liebsten wuerde ich ein volles Jahr Work and Travel machen – mal sehen 🙂
        Liebe Gruesse,
        Andrea

        Antworten
        1. Franzi Artikelautor

          Liebe Andrea,
          ich drücke dir die Daumen, dass du dir deinen Traum so bald wie möglich erfüllen kannst. Neuseeland ist definitiv die richtige Wahl. Ich bin zur Zeit auch am überlegen, ob ich – solange ich noch kann – für Work and Travel nach Australien oder Kanada fliegen soll.
          Liebe Grüße
          Franzi

          Antworten
  8. Iwona von love4adventure.de

    Ein toller und offener Artikel…
    Das Thema ist mir nicht fremd. Noch vor 6 Jahren hatte ich auch dauernd Fernweh, während mein Mann nicht fliegen wollte und nicht reiselustig war. Ich verreiste oft alleine, mit Freundinnen und meinem kleinen Sohn vor seiner Einschulung.
    Mittlerweile habe ich mich getrennt und führe ein ganz anderes Leben. Mein neuer Lebenspartner hat mir gezeigt, dass man bei uns in Bayern fast vor der Haustür tolle Sachen unternehmen kann und ich habe viel neues ausprobiert. Wir unternehmen tolle Bergwanderungen, Radtouren, im Winter gehen wir langlaufen und seit diesem Winter machen wir Schneeschuhwanderungen. Endlich habe ich verstanden, wie schön es bei uns ist. Mein Fernweh wurde gestillt und ich bevorzuge jetzt viele Kurzurlaube und Tagestouren. Vor einem Monat haben wir eine Woche auf Madeira verbracht und dieser Urlaub reicht mir locker für ein Jahr. Längere Reisen sind zur Zeit so wieso kaum möglich, weil mein Sohn in die Schule muss und mein Freund viel arbeitet. Ich mache viele Tagestouren alleine, aber im Urlaub habe ich lieber meinen Freund und/oder meinen Sohn dabei.
    Eine Sache habe ich für mich jedoch verstanden. Ich möchte nie mehr einen Partner haben, der die Freizeit ganz anders verbringen möchte wie ich.

    LG
    Iwona

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hi Iwona,
      vielen Dank, das freut mich total.
      Wir sind wirklich so verwöhnt in Bayern. Die Landschaften sind einfach unglaublich und es gibt so wahnsinnig viel zu sehen. Ich denke auch, dass man nicht immer in den Flieger steigen muss, um etwas zu erleben. Habe mir für dieses Jahr auch vorgenommen, lieber wieder mehr Kurztrips zu unternehmen.
      Schön, dass ihr alle so eine tolle Zeit zusammen habt 🙂
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  9. Jasmin

    Was für ein toller ehrlicher Text! Ich wünsch dir und deinem Freund alles gute! Ich war auch 3 Jahre in einer Fernbeziehung, da mein Freund erst beruflich viel unterwegs war (als Schiffsmechaniker auf einem Frachtschiff) und er dann eine 10 monatige Reise, ohne mich, gemacht hat. Seit Januar diesen Jahres ist er wieder Zuhause und nun überlegt er schon wieder weg zugehen bzgl dem Studium. Ich hab jetzt aber erst meine Ausbildung angefangen und „hänge“ hier 3 Jahre fest 😀 glücklicherweise sind wir beide aber reisebegeistert und mein Traum wäre es ja, wie du, selbstständig zu sein und mit Reisen Geld zu verdienen, aber bis dahin ist es ein harter Weg… und wer weiß, ob ich das überhaupt noch will, wenn ich es mal geschafft haben sollte. Ich glaube, wenn dein Partner zu dir passt, dann ist das mit der Fernbeziehung kein Problem, aber nur unter der Aussicht, dass es nicht dauerhaft ist. Also für mich wäre das jedenfalls nichts, so zeitweise ok, kann man verkraften, aber irgendwann möchte man ja doch sesshaft werden, zusammen ziehen usw. Da muss man dann eben einen Kompromis finden!

    Liebste Grüße
    Jasmin von nimsajx.blogspot.de

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hallo Jasmin,
      vielen Dank, das freut mich wirklich sehr – danke auch für die lieben Wünsche.
      Ich habe den Schritt in die komplette Selbständigkeit auch noch nicht gewagt und taste mich erst so langsam ran. Mal sehen, was die Zukunft bringt 🙂
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  10. Lisa

    Hallo,
    deinen Artikel hätte ich schreiben können. Ich liebe das Reisen und ich LEBE es. Im Ausland bin ich glücklich. Ständig neue Orte und Kulturen zu sehen und zu erleben erfüllt mich. Ich bin eigentlich eher der Denker-Typ-Mensch, ich zerdenke alles. Nur im Ausland habe ich das Gefühl ich zu sein, zu 100 %. Als wäre ich ein Unruhe Geist, der nur im Ausland ganz zu sich selbst findet und zur Ruhe kommt. Mein Freund, wir sind nun seit 2 1/2 Jahren zusammen, fährt gerne mal in den Urlaub – 5 Sterne und ausspannen, aber maximal 2 Wochen. Ich liebe ihn wirklich und wir passen ansonsten zu 100 % zusammen. Nur eben diese „Kleinigkeit“ macht es uns, oft nur mir, schwer. Regelmäßig überfällt mich das Fernweh und ich fühle mich zerrissen. Ich vermisse das Fremde, wie andere ihren Partner vermissen. Ich habe mich nach der Schule dann gegen mein Auslandsjahr entschieden und es abgeblasen – für die Liebe, ich konnte und wollte nicht ohne ihn gehen. Bisher bereue ich es nicht, es war richtig so zu dem Zeitpunkt. Jetzt nach 2 1/2 Jahren plagt es mich ständig. Ich will raus, ich sehe die anderen aus meiner Stufe im Ausland, ich will dort arbeiten, eine Zeit lang leben und vor allem frei sein. Frei vom Alltag. Wir wohnen zusammen und ich habe einen festen Job, er auch. Alles was ich denken kann ist „ich muss jetzt raus“ bevor ich 30 bin und immer noch träume und mich danach verzehre. Er ist zufrieden damit.

    Viel schwieriger finde ich, darauf zu achten, dass es nicht in Groll ausartet dem Partner gegenüber. Ich merke, wie ich mich dabei ertappe zu denken, ich will raus und wenn es dann kaputt geht – Pech gehabt. Dabei würde es so weh tun und ich will das auch gar nicht. Manchmal denke ich auch „Er hält mich davon ab“. das belastet dann auch die Beziehung. Eine Lösung habe ich noch nicht. Ich versuche ihn zu überzeugen mich 2 Monate zu begleiten, dass findet er schwierig. Ich sage ich reise alleine, dass will er nicht. Mittlerweile manifestiert sich die Idee nächstes Jahr 2-3 Monate weg zu gehen und ich merke ich will das unbedingt. Wir werden dann sehen was kommt.. ich wünschte auch ich wäre mit 2-3 Wochen Urlaub im Jahr zufrieden, mit dem sicheren Job und der Wohnung und dem Alltag. Oft bin ich das auch, aber nicht immer.

    Falls du eine Lösung findest das Fernweh einzudämmen oder mit dem Reisemuffel zu reisen, melde dich! 😀

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hallo Lisa,
      ich freue mich immer so sehr, wenn sich hier ähnlich denkende Menschen zu Wort melden. Danke dafür 🙂
      Ich hoffe du kannst dir den Traum mit der langen Reise erfüllen und natürlich hoffe ich auch, dass deine Beziehung dadurch keinen Schaden nimmt. Ich habe es mir auch immer wunderbar vorgestellt, mit dem Partner quasi endlos auf Reisen zu sein. Aber dazu ist nunmal nicht jeder gemacht, was ja auch absolut verständlich ist.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
  11. Teresa

    Dein Artikel spricht mir aus dem Herzen.Seit knapp 2 Wochen durchsuche ich das Internet nach Menschen,die über ihre Erfahrungen berichten,denn ich habe zurzeit große Angst.

    Mein Partner hat sich auf die abenteuerlichsten & größte und Reise seines Lebens gemacht und erlebt Südamerika mit seinen Freunden.
    Der Grund meiner Angst ist eigentlich das,nachdem sich alle Reiseverliebten sehnen:der erweiterte Horizont,der nach all den einmaligen Erlebnissen im Koffer zurück nachhause gebracht wird.

    Mir bangt es vor den Wiedersehen am Flughafen,denn ich bin seit dem Abschied unterschiedlichste Phasen erlebt:
    Überwältigende Verbundenheit,Traurigkeit,kurzzeitige Akzeptanz,Verzweiflung bis hin zum schlimmsten Empfinden: der Ablehnung.

    Ich wollte mich auf Biegen und Brechen für meinen Partner freuen,bin mit ihm losgezogen um Rucksack und Mosquito Spray zu besorgen,um meine Unterstützung zu zeigen.

    Nun merke ich,wie ich mit jedem Tag gefühlsloser werde. Viel Selbstzweifel gab es in der letzten Zeit und es zwickt,dass es die Freunde sind,die noch Jahre später auf diese Eindrücke zurückkommen werden: „Erinnerst du dich noch,als…?“ Diese Lücke werden wir mit Fotos und Geschichten zu füllen versuchen. Aber das dumpfe Gefühl bleibt,etwas Lebesveränderndes verpasst zu haben. Und ich frage mich,ob ich noch einen Platz habe,das Verständnis u die Einsicht für die Dinge habe,die ihn während dieser Zeit geformt haben.

    Ich zähle die Wochen & zur gleichen Zeit habe ich Angst vor dem Freund,dem das Zuhause zu klein vorkommt.
    Warum kann ich nicht mehr Verständnis aufbringen?Schließlich kenne ich kenne das Gefühl,die Sucht nach der Ferne.Ich wünschte ich könnte diese Isolation überwinden,wünsche mir auf der gleichen Wellenlänge zu sein.

    Bis dahin warte ich auf das Wiedersehen,dieses Mal wird es anders sein.Das spüre ich.

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hallo Teresa,
      lieben Dank für deinen ehrlichen und offenen Kommentar. Du stehst ja quasi auf der anderen Seite und für mich ist es immer wieder spannend zu erfahren, wie sich der „Daheimgebliebene“ bei der ganzen Sache fühlt. Ich hoffe du kannst die Zeit in Deutschland trotzdem noch etwas genießen und ich wünsche dir ein schnelles Wiedersehen und hoffentlich ein Happy End mit deinem Freund. Ich finde du bringst schon sehr viel Verständnis auf und versetzt dich in seine Lage. Also keine Sorge, das liegt definitiv nicht an dir sondern einfach an der unglaublich schwierigen Situation, in der du dich leider momentan befindest.
      Ich wünsche dir alles, alles gute und melde dich jederzeit!
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten
      1. Teresa

        Danke für den lieben Kommentar.Ich bin beeindruckt,mit wie viel Herz & Interesse Du Dich Deinen Lesern zuwendest und mit Deinen Gedanken zum Austausch untereinander anregst.

        Einige berichten von ihren geliebten Reisemuffeln und ich kann gut nachvollziehen,dass die Entscheidung nicht leicht fällt, alleine loszuziehen.

        In der Rolle der „Daheimgebliebenen“ fühle ich mich unwohl,richtig femd. Fremder als ich mich an abgelegenden Orten fühlen könnte. Im Flugzeug gibt es die Gewissheit,dass man sich da draussen schon irgendwie zuhause fühlen wird,so war es bisher immer.

        Auch hier ist es möglich,den Sommer zu genießen.Trotzdem schaffe ich es noch nicht,die Sorge von mir wegzuschieben,dass mein Partner durch die einmaligen Eindrücke derart gewachsen ist & ich, um einige Erfahrungen ärmer,ihn nicht mehr ganz verstehe.Schon jetzt zähle ich seine Erlebnisse zu den wichtigsten Momenten seines Lebens. Ich würde gerne eine Weile durch seine Augen sehen.

        Anfangs dachte ich,es ginge nur ums Vermissen. Als ich aber vom Reisenden in die Rolle des Wartenden rutschte,gezwungendermaßen Reisemuffel auf Zeit wurde,ging es plötzlich um mehr,das Teilen.

        Meinst Du,dass Dich jemand wirklich kennt,auch wenn er Dich nie beim Reisen erlebt hat?

        Bedürfnisse ändern sich, vielleicht wachst Du eines Tages auf und der Drang in die Ferne zu ziehen ist nicht mehr ganz so stark,Prioritäten haben sich geändert.Aber will man diesen Drang verlieren? Der Drang,der Dir die Welt näher gebracht hat? Selbst wenn nicht, ist es das größte Glück,dass Du Deinen Träumen so nachgehen kannst.Lass Dir das von diesem inneren (Zeit)druck,der ab und zu hochblubbert,nicht klein machen.Meiner Meinung nach machst alles richtig Franzi & bin sicher,dass Du nicht von Katzen gefressen wirst.Vom Alltag wirst Du es jedenfalls nicht und das ist ein erstrebenswerter Lebensstil,chapeau!

        Nochmals vielen Dank für Deine aufbauenden Zeilen Alles,Alles Liebe aus Hamburg

        Antworten
  12. Gina H.

    Liebe Franzi,
    mit diesem Artikel sprichst du vielen Reisebegeisterten und Weltenbummlern aus der Seele. Mir geht es leider ähnlich und mein Partner teilt meine Begeisterung für Langzeitreisen und einen individuellen Lifestyle absolut nicht. Natürlich hoffe ich, dass unsere Beziehung trotzdem eine Chance hat. Aber immer wenn ich wieder längere Zeit alleine unterwegs bin, kommen leise Zweifel in mir auf.
    Ich wünsche dir alles Gute!
    Gina

    Antworten
    1. Franzi Artikelautor

      Hallo Gina,
      vielen Dank, das freut mich immer so zu hören 🙂
      Ich hoffe du genießt trotzdem weiter deine wunderbaren Soloreisen und hast eine tolle Zeit. Die Erfahrungen, die wir machen, sind es am Ende wert.
      Liebe Grüße
      Franzi

      Antworten

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